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Shoppero – Guter Plan mit Startpannen (update)


2007-05-05

[Dort hab ich nochmal weitergedacht]

Shoppero heißt also das neue quasi social shopping Ding, mit dem jeder durchs Reinschreiben ins Internet mitverdienen kann und nicht nur weil man noch Platz für Werbung und eine hohe Reichweite hat, wie bei adical bisher. (Dafür ist dann halt auch nicht so viel zu verdienen.)

Nun, das Prinzip Produkte, Erfahrungsbericht und Affiliation zusammenzubringen kennt man von Ciao, dooyoo, stylehive und zuletzt thisnext oder eDelight. Bei einigen kann man da auch mitverdienen, sieht aber immer kompliziert aus und dealjaeger hab ich zum Beispiel sofort aufgegeben überhaupt verstehen zu wollen.

Aber wie läuft das mit dem Revenue-Sharing? Abgerechnet wird über Paypal, was ich vernünftig finde. Aber wieviel? Aha: 20% der Werbe- und Affiliateeinnahmen, meiner Beiträge auf der Plattform des Anteils meiner Beiträge am Gesamttraffic der Plattform (oder so … siehe Update am Ende und den Rest hier als Nachweis wie unverständlich das Modell ist.). Außerdem 60% der Einnahmen des Trafficanteils der durch Links aus einem »adget« von meinem Blog kommt. (Ich vermute man kann abrechenbare Links nicht ohne weiteres irgendwie selbst setzen, oder?).

[Update: Im Folgenden ist die Hälfte ein bisschen was durchgestrichen. Weil es vielleicht nichtdoch fast stimmte. Was aber stimmt, ist, dass das Modell offensichtlich unklar kommuniziert ist. Soweit ich jetzt verstehe, (wobei die Beispielzahlen natürlich relativer Humbug sind) :

  • b=Der Traffic auf meinen Beiträgen auf Shoppero. z.B 5 Seitenaufrufe
  • r=Der Traffic, der durch mein adget als Referrer entsteht. z.B 7 Seitenaufrufe
  • T=Der Gesamttraffic auf Shoppero. z.B 100 000 Seitenaufrufe
  • E=Die Gesamteinnahmen von Shoppero z.B 10 000 €

Was ich ausbezahlt bekomme ist:
(b/T *20% + r/T *60%) *E = cash

z.B. also
(5/100 000*0,2 + 7/100 000*0,6) *10 000€ = 0,52 €

Hab ichs jetzt endlich kapiert?

Da man also an den Gesamteinnahmen beteiligt ist, finanziert der gute Autor den schlechten solidarisch mit. Die Motivation ein guter Autor zu sein sinkt damit erstmal gegen 0. Denn als schlechter Autor verdiene ich ja erstmal das Gleiche. Nicht gerade gute Bedingungen für vernünftigen Content. Dem soll ein Bewertungssystem entgegensteuern der Traffic zu guten Beiträgen führt, schon verstanden. Mal sehen, wie das klappt. ]

Warum ist der Link mehr wert als der Beitrag? Naja, das ist erstmal gar nicht unbedingt so, Es sind 60% der Einnahmen die durch meinen Traffic entstehen, also sind die 20% und die 60% so nicht vergleichbar, weil ihre 100% nicht dieselben sind. Beschrieben wird das hier vom anonymen Corporate-Blogger (Nico?) dort so:

Affliate, TKP, CPC, alles wird in einen großen Topf geworfen, dann nach PageImpressions der User aufgeteilt und dann über den Schlüssel 20% / 60% verteilt. Dabei bekommt der User 20% aller Werbe-Einnahmen, die bei seinem Traffic-Anteil auf den selbst verfassten Produktseiten entsteht und 60% der anteiligen Werbe-Einnahmen aus den durch Verlinkung entstehenden Seitenaufrufen.

und wird im weiteren mit einem Beispiel vorgerechnet, bei dem freilich fraglich ist wie realistisch es sein kann. Prinzipiell prima transparent. Am Ende bleibt trotzdem für den Schnelldenker der Eindruck Shoppero behält nur 20% von all seinen Einnahmen. Und da stehts ja auch beim Investor:

20% behält Shoppero.com

Das ist natürlich Quatsch, denn der Traffic auf der Seite wird vieleicht zu einem großen Teil über die adgets kommen, aber sicher nicht der gesamte Traffic. Und an Google zahlt Shoppero sicher nicht 60% der Einnahmen. Aber als Investor muss man das ja nicht unbedingt erklären können. (oder ich versteh immer noch nicht was anteilig bedeuten soll …)

Auch den Satz

Von allen Einnahmen, die nun auf shoppero durch verschiedenste Werbeformen erzielt werden, erhält der Blogger anteilig 60% seines Traffics. Wenn der Blogger auch noch auf Produktbeschreibungen verlinkt, die er selbst geschrieben hat, erhält er noch 20% extra.

halte ich nach meinem momentanen Verständnis des Zahlenspiels für schlicht irreführend. 60+20 stimmt einfach nicht. Was allerdings stimmt, ist, dass die Einnahmen und Klickraten überdurchschnittlich sein werden. Denn die Leute interessieren sich für das Produkt explizit. Und die Qualität der Beiträge wird eher so sein, dass man auf jeden Link drumrum klickt um endlich was Handfestes zu erfahren. Was auch stimmt, ist das man dabei auf keinen Fall irgendwie reich wird, wie mehrfach in den FAQ deutlich gemacht wird.

Also, wie wird die Realität aussehen? Ich schätze mal so:

  1. Eine Menge Leute werden das ausprobieren und Berichte schreiben. Ich wahrscheinlich sogar auch. 20% ist ja immerhin was. Die gehen mit dem ihrem Inhalt erstmal in Vorleistung.
  2. Eine Menge jener und eine Menge weiterer Leute werden das adget einbauen. Ich vielleicht sogar auch. 60% ist schließlich nicht schlecht. das ist der qualifizierte Traffic allemal wert. Fraglich ist nur, ob der typische Blogleser dann auch auch AdSense klickt oder bei Bader oder amazon kaufen würde …
  3. Im Tausch treiben sie Shopperos Autorität bei bei Google in die Höhe. Vielleicht nicht durchs JavaScript- oder Flashwidget, aber mindestens weil sie auch mal drüber schreiben so wie ich jetzt gerade auch. Schließlich spricht scheinbar auch viel (60+20) dafür die Berichte gleichzeitig im eigenen Blog einzustellen und auf Shoppero zu verweisen. Für die Links bekommt man dann die 60% nicht, denn die gibts nur für Referrer aus dem Widget. Aber das denk ich mir jetzt nur so, erklärt wird das so exakt auch nicht. Die Mechanik der Links hab ich mir noch nicht angeschaut.
  4. Die Einnahmen die via Suchmaschine kommen teilt Shoppero nur mit dem Autor (80/20) (und das nur für Seiten die auch einen Autor haben.). Und wer von Google kommt klickt erfahrungsgemäß auch eher auf Werbung. Erzeugt wurde Inhalt und Autorität allerdings zum größten Teil durch die Nutzer.
  5. Außerdem kann man das Geld, das den Autoren und Referrern gehört ja prima anlegen. Bis die 25 Euro Auszahlgrenze zusammenkommen kann es nämlich dauern. Eventuell ewig.
  6. Die relative Undurchsichtigkeit der Userstatistik als Vorteil zu verkaufen, passt ganz gut ins Bild. Dass der Investor hingegen von »umfangreiche Statistiken« spricht, auch.

Das ist das Businessmodell. Scheint mir jetzt mal so. Das dem Nutzer der generierte Content dabei als Urheber weiter gehört halte ich für eine Selbstverständlichkeit. So geht Shoppero nebenbei noch einer Haftbarkeit für den Inhalt aus dem Weg und schiebt die auf den Autor.

Nix davon ist verwerflich. Immerhin wird hier wenigstens irgendwie aufgeteilt. Ist ja noch nicht selbstverständlich im 2.0. Logisch kann man gleich zusätzlich Amazon-Affiliate werden und einfach 100% selbst behalten für irgendwelche Empfehlungen auf dem eigenen Blog plus 20% via Shoppero. (Oder sich mit anderen zusammentun und in einen gemeinsamen Blog aggregieren und sich die Einkünfte teilen. Open shoppero quasi. Wäre gar nicht so kompliziert. Macht trotzdem niemand.)

Was allerdings schon nachhaltig dämlich ist, sind solche Fehler wie sich das Recht der Weitergabe von Mailadressen zu Werbezwecken zu sichern. Wenn das, wie glaubhaft eingeräumt, auf mangelnde Sorgfalt beim Zusammenstellen der Datenschutzrichtlinien zurückzuführen ist und freilich flick geändert werden soll, klingt das für mich eher alarmierend als beruhigend.

Auch schwerwiegende Sicherheitslöcher, die schon nach einige Stunden gefunden werden, sind nicht gerade vertrauenserweckend. Und komm mir nicht mit release-often beta-blah. Das ist und bleibt unprofessionell. Aber wenn noch nicht mal Umlaute beim Launch inbegriffen sind, kann man sich ungefähr vorstellen wieviele Minuten die Testphase gedauert hat. Nur wenn Emailadressen und Paypalkonten im Spiel sind würde ich als Anbieter etwas mehr auf Sicherheit und Datenschutz achten. Gerade wenn man mit Bloggern Geld verdienen will und nicht mit Studenten.

Das der Investor eine fragliche Vergangenheit hat, na ja, da kann man ja nun wiiiirklich nix für, oder? Aber ausgerechnet Edelmann als PR-Agentur. Wie kommt man denn auf so ein schmales Brett?

Das Fazit kann jeder selbst ziehen. Ich persönlich habe nichts gegen Werbung, wenn ich daran beteiligt werde, sogar wenn ich sie noch selbst schreiben soll. Außerdem kann man ja auch echte und gute Produktkritiken schreiben. Gegen Semitransparenz und Schlamperei mit Daten und Datenschutz habe ich dagegen schon was. Klar ist alles auch total kompliziert zu erklären und man hat ja auch nicht ewig Zeit. Hoffe die Mängel verschwinden genauso schnell wie sie gebaut wurden.

[hier weiterlesen!]

Mehr Meinungen findest du hierüber.

[Noch: Wie ich hier und dort gerade dazulerne, sind die Prozente auch auf die gesamten Erlöse bezogen und noch nicht mal auf die durch mich direkt generierten Einnahmen. Glauben will ich das noch nicht. Wenn es stimmt wird die Qualität der Beiträge eher ins Bodenlose gesteigert … Wobei das schon danach klingt: »Indem wir quasi alle User als Kollektiv betrachten und alle Erlöse in einen Pott schmeissen«.
Kein Wunder kann man das so schnell programmieren.]

8 Kommentare


  1. Next. Aha. || kosmar || Blog:

    […] hen, nur anders. Um 4 schon abhauen, fiel mir nichtmal so schwer. Nicos Vorstellung von Shoppero verpasst. Vielleicht hätte ichs dann doch besser kapiert … […]

  2. Angriff auf die Urteilskraft » Blog Archive » Geld verdienen mit …:

    […] nen zum Wirtschaftsmodell verhalf. Es ist immer wieder ein ähnliches Spiel. Nachtrag: kosmar hat die ganzen Beteiligungsdetails genau durchgerechnet und noch […]

  3. Nochmal Shoppero und das Geld – 80% wovon? || kosmar || Blog:

    […] h das auch verstehen, bevor ich mir Arbeit mache ;) Denn vielleicht stimmt ja doch was ich gestern alles durchgestrichen habe. Ich möchte wie immer niemandem Unr […]

  4. Das 80% Mißverständnis von Shoppero || kosmar || Blog:

    […] text ihrer Texte zu beteiligen, halte ich nach wie vor für großartig. Ob es sich unter diesen und diesen Bedingungen für den Einzelnen lohnt, überlasse ich […]

  5. Mainbube:

    Zu der Rechnung kann ich jetzt nichts sagen, aber zu dem Punkt mit den 25 € möchte ich anmerken, dass auch Affiliateplattformen und AdSense dies so handhaben, bei google müssen es meines Wissens sogar 100 US-$ sein.

  6. Kosmar:

    stimmt, das ist üblich. 100 $ stimmt auch. und finde ich auch unglaublich.

    google überweist so viel ich weiß aufs konto und andere schicken schecks aus amiland mit hohen gebühren. auch nich besser.

    shoppero benutzt paypal. wie hoch sind da die überweisungsgebühren? so wie ichs seh zahlt da der empfänger: https://www.paypal.com/de/cgi-bin/webscr?cmd=xpt/cps/general/FeesInformation-outside

  7. Markus Merz:

    Stimmt, Auslansdsschecks einlösen kostet z.B. bei der Postbank wahnsinnige 15 Euro je Scheck – egal wie hoch der Scheck ist. Paypal mit 1,9% bis 1.000 € ist immerhin ein 2/98 Verhältnis ohne Einstiegshürde.

  8. Kosmar auf Radio Fritz || kosmar || Blog:

    […] Update war von Nochmal Shoppero und das Geld – 80% wovon? was ein Update vom upgedateten Shoppero – Guter Plan mit Startpannen (update) war. [Jetzt […]

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