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Time for Music


2007-10-01

Nachdem Pandora aus rechtlichen Gründen seinen begeisternden Service nur noch auf anderen Erdteilen anbieten kann und last.fm durch den Verkauf an CBS etwas an Anziehungskraft verloren hat, wird es höchste Zeit sich nach Alternativen umzuschauen.

Nun was ist so großartig an Pandora? Der kostenlose Radiostream, der ausgehend von der eigenen Geschmackspräferenz in das jeweilige Musikarchiv mäandert, potentielle Lieblingshits und lange vergessene oder nie gehörte Song-Perlen ausliefert.

Wo gibt es Ähnliches? Bei Finetune. Der lokale Player ist ganz modern in Adobe Air gebaut. Er greift auf die online erstellten Playlisten zu und auf die Künstler, die man in iTunes hat. Außerdem sieht der Player, wie auch das Widget ziemlich gut aus. Die Website ist leider ein schlimmes Frameset, was einerseits den ununterbrochenen Musikgenuß bei gleichzeitigem Rumgeklicke garantiert, andererseits keine direkten Links auf irgendwas erlaubt, also auch das Browsen mit mehreren Tabs nicht recht erlaubt. Dafür gibt es eine Wii optimierte Site, was wirklich nett ist, und man kann auch Freunde haben, deren Sinn mir aber noch verborgen blieb.

Bei last.fm kommt zum eigenen Radio diese soziale Community-Komponente verstärkt dazu. Man empfielt sich gegenseitig Lieder und tauscht sich aus. Toll. Aber der damals revolutionäre Teil war das Scrobblen. Was soviel bedeutet, wie »Schick die Titel die ich höre an das Internet«. Das ging lange über eine Erweiterung zu iTunes, später nur noch wenn man zugleich den Player von last offen hatte. Was mich ziemlich genervt hat.

ilike.com betritt das Parkett. Schon vor einiger Zeit. ilike hat zwar keinen Player, dafür eine schöne recht einfache Website und eine ziemlich gute Integration in iTunes. Man sieht dort was die Freunde zuletzt gehört haben oder gerade hören, und kann das im besten Fall als Auszug hören. Außerdem erstellt die ilike-Sidebar iTunes Playlisten von einem Künstler und seinen »Verwandten«. Und zwar inklusive Download von kostenlosen Tracks aus dem Repertoire von garageband.com, einem Junge-Künstler-verschenken-Musik-Dienst, die auch auf der Website mit ilike kooperiert. Auf jener gibt es außerdem ein ausgesprochen gut gemachtes Musik-Quiz und man kann Künstler und Titel empfehlen und die zuletzt gehörten Titel aus iTunes sehen und sogar die lokalen Playlisten veröffentlichen. Konzerttourneen sind auch integriert, allerdings nur in den USA. Dennoch: ilike ist daher momentan mein Favorit wenn es um das Rausgeben von Hörgewohnheiten und Sozialisieren rund um Musik geht und das liegt hauptsächlich an den kostenlosen Tracks und der Scrobbelei. Und an der Facebook-App, die noch immer die erfolgreichste auf der Plattform ist und maßgeblich für die Popularität von ilike verantwortlich ist, weil sie lange vor last und finetune verfügbar war.

Aber das ist noch lange nicht alles, was sich im Musiksegement in den letzetn Monaten getan hat. Im Schnelldurchlauf:

  • Finetune: Playlists, Widget, Radioplayer.
  • ilike: Freunde, Scrobbeln und Freie Downloads.
  • Garageband: Neue Bands geben ihre Musik umsonst her
  • Hype Machine: Gerade-so-legale MP3-Suche über Blogs, inkl. Podcast, Widget und Popup-Player von Suchbegriffen.
  • Spotify: Revolutionäre, angeblich legale, in Deutschland nicht verfügbare Beta Software, mit der man alles hören kann. Ich hab es schon gesehen, und war begeistert. Abwarten und Hoffen.
  • Anywhere.fm: Upload, Play, Discover. Vollflash und im Grunde auch nix anderes als die anderen. Aber auch nicht weniger. Auch mir Garageband verknüpft
  • Deezer: Flash-Site, Playlists, Komplett-Hören von Suchergebnissen, Upload-Funktion, Embed von Songs. Legal aus Frankreich. Hieß bisher blogmusik.com (!)
  • BurstLabs: Verflashtes Discovery-Tool, wo man anhand von Schlagworten Musik hören kann, die kein Mensch kennt. Aber lustig.
  • Musicovery: Schon was älter, auch Flash und recht häßlich. Dafür mit Amazon, eBay und iTunes verknüpft. Gibt es auch für Filme. Wie hieß das noch gleich?
  • mcracy: Kleine, deutsche Plattform mit Radio, Upload und Digg-Funktion
  • FoxyTunes Ein multifunktionelles Firefox-Plugin zum Abspielen lokaler Dateien, aber auch eine umfassende Website zu Künstlern und ihrer Musik. Nicht ganz schlecht.
  • PearLyrics: Mac-Tool zum automatischen Finden und Einfügen von Lyrics in iTunes. Leider hatte wohl irgendeine Industrie oder/und ein Urheberrechtsgesetz was dagegen und deshalb gibt es das nun offiziell nicht mehr … (Wer war nochmal Google?)
  • Ganz und gar nicht zuletzt: SoundCloud: Eine noch-beta Plattform für Musiker zum Upload von Tracks während des Entstehens oder eben auch danach. Mit nie selten gesehener Kommentarfunktion. Invites hätte ich noch ne Handvoll.

[Fast vergessen: POPDEUTSCHLAND ist jetzt auch online. Eine Tumblelog auf Gelato-Basis (noch recht buggy, dieses CMS) auf dem ich Musik(videos) ins Internet reinstelle. Gänzlich ohne soziale Komponente. Einfach mein Geschmack (der Name ist also etwas überheblich). Dafür mit RSS, Twitter und Facebook Anbindung, dank twitterfeed und dank dapper.net.]

Meinungen, Korrekturen und Ergänzungen bitte in den Kommentaren. Und viel Spaß beim Hören.

13 Kommentare


  1. assbach:

    sehr gut. danke für die liste und einschätzung. viele davon hab ich bisher aus unterschiedlichen gründen gemieden und werde wohl nochmal reinschauen jetzt. nutze momentan nur ilike (wenn ich dran denke) und den last.fm player ( aber nicht die site ).

  2. Kosmar:

    … hab natürlich http://virb.com und http://purevolume.com vergessen und http://morphex.eu … ergänzt ich mal noch. irgendwann.

  3. Klas Roggenkamp » Blog » links for 2007-10-02:

    […] rs: Paradies für Raucher – 2 – Reise – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten (tags: newyork) Time for Music || kosmar || Blog mp3, social.network, music, ilike, last. […]

  4. Kosmar:

    oh, neunetz hatte im april schonmal ne übersicht mit noch vmehr und anderen … http://www.neunetz.com/2007/04/25/neue-musik-online-finden/ allerhand, was da los ist im klingenden segment …

  5. Holy Moly » Blog Archive » Myspace oder vSide ?:

    […] Kosmar aka Herr M.A. hat es treffend formuliert allerhand, was da los ist im klingenden segment … und zaehlt beifuege […]

  6. Kosmar:

    http://seeqpod.com
    http://songza.com
    für facebook: http://intune.fm

  7. christina:

    hab ne neue site zum musikhören entdeckt: http://www.simfy.de!!

    dort kann man musik von bekannten und auch von unbekannten künstlern in voller länge und ganz legal anhören und dabei alles in ne playlist packen. ist wohl von studis gemacht und echt coole idee.

  8. Kosmar:

    http://www.thesixtyone.com/

  9. cbgreenwood:

    And not to forget ;-) … as temporarily last entry, but not least, the extremly raw electronic music guide, raw/bad quality sounds/samples, older than old interface but useful info nevertheless: check out http://techno.org/electronic-music-guide/

  10. Kosmar:

    but then: who cares for techno? :P
    no sers’ly, ishkur is one great guide thru that period in musical history.
    [surfing for casiocore tracks now…]

  11. kathy:

    http://grabb.it/

    ;)

  12. elektrischau » Blog Archive » Spotify macht Musiksammlungen überflüssig:

    […] Eine ausführliche Beschreibung von Spotify gibts auch bei Martin von zweinull, einen guten Überblick über andere neue Alternativen im Musikbereich bei Markus von Kosmar. […]

  13. delta:

    Danke für die Liste. Mein Favorit ist ja Spotify. Übrigens mittlerweile komplett verfügbar für jeden als Premium Service. Grüsse delta

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